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Die Rückreise II

Weiter geht es von Warschau nach Danzig. Diesmal mit dem Zug. Vorsichtshalber habe ich mich im Hostel vorher nochmal erkundigt, ob ich auch wirklich richtig gebucht habe. Denn die Website war komplett auf polnisch, eine Sprache, von der ich noch nicht mal ein Wort kenne. Und der Preis ist für mein deutsches Denken viel zu niedrig. Stimmt aber alles. Und so steige ich am Bahnhof in einen ICE, der mich in weniger als drei Stunden nach Danzig bringt. Mit Sitzplatzresevierung und einem kostenfreiem Tee. Da ich einen Fensterplatz zugewiesen bekommen habe, kann ich die Landschaft genießen – erst Schnee, dann irgendwann nur noch grau und schließlich Sonne. Herrlich.

In Danzig angekommen schlage ich mich zum Hostel durch und richte mich dort etwas ein. Schließlich bin ich ganze zwei Nächte hier, da kann man schonmal etwas häuslich werden. Anschließend erkunde ich zum ersten Mal etwas die Altstadt und organisiere mir ein frühes Abendessen, bevor ich den Abend in Ruhe ausklingen lasse.

Am nächsten Morgen ist dann auch jemand vom Hostel da und gibt mir noch ein paar Tipps, was man so machen kann. Nach dem Frühstück geht es also wieder los in Richtung Altstadt, wo ich mich noch ein bisschen genauer umsehe. Die Altstadt ist wirklich toll, die Häuser sind erhalten geblieben und drängen sich dicht aneinander zum Schutz vor dem Wind. Ich entdecke eine kleine Markthalle und schlendere durch die Gassen, bevor ich einen Kaffee trinken gehen.

Danach geht es kurz zurück ins Hostel, wo ich mein Sportzeug einpacke und mich dann wieder auf den Weg mache. Da es regnet und ich ausreichend Zeit habe, habe ich mich entschieden das Solidarnosc Zentrum zu besuchen. Es ist ein modernes Gebäude am Hafen, der Eintritt ist mehr als erschwinglich und man erhält einen Audio-Guide. Ich lasse mich von selbigem durch die Ausstellung führen und erfahre viel über diese Arbeiterbewegung, die für ordentlich Aufstand im vergangenen Jahrhundert gesorgt hat. Es ist wirklich spannend und gut gemacht, jedoch auch ziemlich viel, sodass ich gegen Ende manche Parts überspringe, da mein Kopf voll ist.

Schließlich mache ich mich auf den Weg in Richtung Boulderhalle, um mich ein bisschen zu bewegen. Auf dem Weg zurück ins Hostel organisiere ich mir noch ein Abendessen und somit ist meine Zeit in Danzig auch schon wieder vorbei.

Breslau

Wieder geht es mit dem Zug weiter. Diesmal nach Breslau. Der Zug ist schon etwas älter und ziemlich voll, mit meinem großen Gepäck ist das kein großer Spaß (zum Glück habe ich eine Sitzplatzreservierung), aber auch diese fünf Stunden gehen um und ich befinde mich in Breslau, wo ich mich auf den Weg ins Hostel mache. Darauf folgt das obligatorische Abendessen und ein frühes ins Bett gehen.

Am nächsten Vormittag erkunde ich die Altstadt und das jüdische Viertel. Bedrückend ist es, auf dem Platz zu stehen, von wo aus die Breslauer Juden von den Deutschen in Lager versandt wurden. Ein Schild weist auf polnisch, deutsch und jiddisch darauf hin. Es ist der Innenhof von einem unglaublich schönen Gebäude und einer Synagoge, wo auch heute noch eine jüdische Gemeinde beheimatet ist. Erdrückend zu wissen, dass man aus einem Land mit einer unglaublich brutalen Geschichte kommt. Und noch viel bedrückender, dass es auch heute noch Menschen gibt, die behaupten, dass sei alles nicht wahr und Nationalsozialismus, Rassismus & Co. befürworten.

Am Rande der Altstadt schaue ich mir dann noch eine mittelalterliche Kirche an und begebe mich dort auf die “Büßerinnenbrücke” – eine gemauerte Brücke zwischen den beiden Türmen mit einer lustigen Namensgeschichte und einem fantastischen Ausblick über die Stadt und die Umgebung (s. Foto).

Schließlich esse ich in einem kleinen Imbiss endlich Pierogi und anschließend noch ein Eis, weil das Wetter einfach viel zu gut ist, um sich kein Eis zum Abschluss der Reise zu gönnen. Denn danach ist es für mich schon an der Zeit, mein Gepäck im Hostel abzuholen und mich auf den Weg zum Busbahnhof zu machen.